Schaukel mit Kletternetz und Kletterleiter

Jeder Familienvater hat sich schon einmal gefragt, womit man sein Kind stundenlang beschäftigen kann. Nun, ich habe die Antwort. Mit einer Schaukel. Na gut, ich gebe zu, als Erwachsener ist man dann auch beschäftigt. Weil es macht den Kleinen natürlich nur richtig Spaß, wenn man selber keinen Schwung geben muss, sondern Papa oder Mama das erledigen. Aber, es herrscht Ruhe, das steht fest. Schaukeln geht immer.

Vor einiger Zeit habe ich eine gebrauchte Doppelschaukel mit Kletterleiter erworben. Sie bestand zwar aus imprägniertem Holz , war aber total wackelig und ist irgendwie doch langsam weggegammelt. Letztendlich war ihre Zeit abgelaufen und ich habe mich dazu entschlossen eine neue Schaukel zu bauen.
Unser Garten ist nicht gerade klein und neben dem Klettergerüst, welches die Kinderschar weiterhin gerne nutzt, sollte nun eine große Doppelschaukel mit Kletternetz und Kletterleiter entstehen. Aus der Doppelschaukel ist eine Dreifachschaukel geworden, aber dazu später mehr.

 

Bilder sagen mehr als tausend Worte:

 

Der Plan entsteht, die Schaukel mit Sketchup vorzeichnen

Als erstes wurde mit Google Sketchup eine kleine Zeichnung entworfen um die Dimensionen der Balken, und der Abstände festzulegen. Das sah dann ungefähr so aus:

Schaukel komplett

Die Pfosten sollten aus 10 x 10 cm Brett-Schicht-Holz bestehen und der Querbalken aus 12 x 12cm. Keine Ahnung, ob das überdimensioniert ist, oder nicht. Die Planung sah in meinen Augen aber schon ganz geil aus.

 

Zuerst die drei Ständer

Pfosten mit Maße

Die Spitze sollte einen Winkel von 60 Grad haben, somit ergaben sich die Maße wie auf dem Bild zu sehen. Die Pfosten wurden mit 3,3 m bestellt. Natürlich sollten sie solide zusammengebaut werden und aus diesem Grund habe ich durch die Spitze gebohrt und sie mit einer M16 Gewindestange verschraubt. Die Muttern wurde mit Hilfe eines Forstnerbohrers im Holz versenkt.

Die Spitze und die Halterung für den Querbalken

Diese beiden Komponenten sind aus 24mm Siebdruckplatte gefertigt, denn sie ist nicht so wetteranfällig und sieht optisch auch noch ganz gut aus. Die Maße können immer etwas variieren. Wenn man bei den Pfosten schon etwas geschludert hat, sind schnell ein paar Millimeter unterschied drin, deshalb: Immer genau auf seine Schaukel anpassen, meine Maße sind nur zur Orientierung

Maße für die Halterung

Zum befestigen der Platten wurden von mir Edelstahlschrauben verwendet. Die Schraubenlöcher mussten natürlich dementsprechend gesenkt werden!
Nachdem alle Teile gesägt wurden, habe ich die Pfosten angestrichen. Welche Farbe verwendet wird, soll jeder später für sich entscheiden. Ich hatte noch eine aus dem Aldi, oder Lidl. Die habe ich einfach genommen.

Als nächstes wurden die Pfosten zusammengebaut und die Kopfplatten montiert.

 

Maße an den Querbalken markieren; Ständer und Querbalken befestigen

Drei Ständer wurden zusammengeschraubt, danach galt es die Position der Ständer auf dem Querbalken festzulegen. Der Querbalken hatte eine Stärke von 12 x 12cm und eine Länge von 6 Meter. Die Position der Pfosten habe ich vorher festgelegt, deshalb befindet Isolierband als Markierung auf dem Querbalken. Mittels zweier Leitern konnten wir schließlich den Querbalken auf die ungefähre Höhe bringen, um anschließen die Ständer zu positionieren.

Schließlich haben wir die Halterung für den Querbalken an die Ständer geschraubt. Diese sind ebenfalls aus 24er Siebdruckplatte.

 

Die Fundamente und Füße für die Schaukel

Als Füße habe ich 10cm H-Pfostenträger verwendet, diese wurden mit Sechskant Holzschrauben befestigt und danach einbetoniert. Ich gebe zu, die Fundamente sind nicht frostfrei, 80cm tief, aber hier wird es auch einfach nicht mehr so kalt. Das Risiko ist kalkulierbar. Wer also in Schneeregionen wohnt, darf gerne tiefer schachten. Danach wurden die Löcher mit Beton-Estrich aus dem Baumarkt verfüllt. Ich musste 7 Säcke kaufen

 

Eine weitere Befestigung für den Querbalken

Vielleicht bin ich etwas zu vorsichtig, aber irgendwie war ich mit der Querbalken-Halterung noch nicht ganz zufrieden. Aus diesem Grund habe ich durch die Ständer und den Querbalken gebohrt und diese mit einer M16 Gewindestange verschraubt. Für die Muttern habe ich wieder Löcher mit einem Forstnerbohrer gebohrt, sodass sie im Holz verschwinden. Nachdem das erledigt war, konnten die restlichen Halterungen verschraubt werden.

Die Abdeckung für die Gewindestange und Mutter

Damit das Loch , indem die Mutter verschwindet keine potenzielle Angriffsfläche für Feuchtigkeit wird, musste noch eine Abdeckung auf die Spitze. Sie sollte ca 17cm breit, 67cm hoch sein und ebenfalls aus 24mm starker Siebdruckplatte bestehen. Um eine ordentliche Spitze zu bekommen, hab ich in einem Winkel von 30 Grad geschnitten. Unten sollte es eine Tropfspitze haben und deshalb wurde dort mit ca 60 Grad geschnitten. Das Brett steht links und rechts etwas über. Außerdem habe ich Silikon verwendet, um die Spitze und die Kontakflächen zum Ständer noch etwas besser abzudichten. Anschließen wieder mit Edelstahlschrauben festgeschraubt.

Die Befestigung für die Schaukeln

Ich habe im Internet Schaukelhaken gefunden, welche einen sehr stabilen und soliden Eindruck gemacht haben und so habe ich sie kurzum bestellt. Mit ca 10€ pro Stück fand ich sie auch noch recht erschwinglich. Schaukeln kann man nie genug haben und deshalb musste ich dann doch noch einen Satz Schaukehaken mehr montieren. Irgendeine Kletterstange, Nestschaukel oder sonstiges findet sich immer um es aufzuhängen, demzufolge kam es auf zwei Schaukelhaken mehr oder weniger nicht drauf an. Im ersten Bild findest du meine Maße.

 

Das Kletternetz mit einem Cargo-Knoten knüpfen

Kletternetze kann man natürlich auch kaufen, aber das ist ja langweilig und viel zu teuer. Aus diesem Grund habe ich mir überlegt, wie ich so ein Kletternetz maßgeschneidert auf die Schaukel herstellen kann. Dazu benötigt man folgende Komponenten: Eine Menge Löcher und Polypropylenseil 10mm, ich habe 50m grün und 50m rot bestellt. Leider war das Rote nicht so UV beständig, es ist nach einiger Zeit schon ziemlich ausgeblichen. Das Grüne hingegen ist immer noch Topp. Der Maschenabstand sollte 20cm betragen, folglich mussten die Löcher in den Ständern und am Querbalken in einem Abstand von 20cm gebohrt werden.

netzmaße

Das grüne Seil habe ich in der Lotrechten verwendet und das Rote in der Waagerechten. Ein Tipp: Die Seile lieber viel zu lang lassen, als etwas zu kurz, wie es bei mir der Fall war. Die grünen Seile waren zu kurz und somit musste ich unten etwas Pfuschen, aber es ist mir ganz gut gelungen. Bevor ich die Seile durchgeschnitten habe, wurde die Schnittstelle mit Isolierband umwickelt, dann franst es nicht so aus.

Den Anfangs- und Endknoten, sowie den eigentlichen Cargo-Knoten könnt ihr besser meinem YouTube Video entnehmen. Das ist in bewegten Bildern doch wesentlich einfacher zu beschreiben, als in Einzelbildern. Das coole an dem Knoten ist, dass er sich recht einfach verschieben lässt, um ein halbwegs einheitliches Abstandsbild zu bekommen.

 

 

Die Kletterleiter aus KVH

Der letzte Streich sollte eine Kletterleiter auf der gegenüberliegenden Seite des Netzes sein. Die Leiter sollte recht einfach gehalten werden und so habe ich 4 x 6cm KVH im Abstand von ca. 25 cm mit Edelstahlschrauben auf die Ständer geschraubt. Einfach, aber zum klettern bestens geeignet.

 

Was hat die Schaukel mit allen Komponenten gekostet?

BSH 6m 12x12cm und 6 x 3,3m 10x10cm 176 €
Siebdruckplatte 24mm 2,5×1,25m 82 €
6 Schaukelhaken von Wickey 51€
6 H-Postenträger 44€
100m Polypropylenseil 65€
M16 Gewindestangen 14€
Sechskant Holzschrauben 10x50mm 10€
Edelstahlschrauben 10€
Beton Estrich 7 Sack 30€
Gesamtpreis 482€

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